Die PhD School, die im Rahmen des Doktoratskolloquium „Human Factor in Digital Transformation“ stattfand, kombinierte interaktive Module, Interviews und Fachvorträge (online und in Präsenz) mit der ETSI-Konferenz „AI & Data“ (9.–11. Februar 2026, Sophia Antipolis, Frankreich); sie bot so Einblicke in die aktuelle Standardisierungspraxis.
Als Pilotprojekt von EDU4Standards.eu verfolgte die PhD School das Ziel, die Fähigkeit von Nachwuchsforscher:innen zu stärken, exzellente Forschung mit Engagement für Standardisierung und gesellschaftlicher Wirkung zu verbinden. Standards wurden dabei nicht als rein technische Dokumente verstanden, sondern als Ergebnisse von Aushandlungsprozessen, in denen die Interessen und Werte verschiedener Akteur:innen eingebracht und abgewogen werden müssen – damit als ein Handlungsfeld, in dem sich junge Wissenschaftler:innen strategisch und verantwortungsvoll positionieren können.
Ein besonderer Mehrwert lag in der Breite der Expertise, die von zwölf Referent:innen aus Wissenschaft, Wissens- und Technologietransfer/Innovation sowie Standardisierungsorganisationen eingebracht wurde: mit europäischen Perspektiven aus dem CENELEC- und ETSI-Umfeld, nationaler Praxis von Austrian Standards International (ASI), Innovations- und Politikexpertise vom Fraunhofer ISI sowie Beiträgen aus Forschungs- und Bildungsnetzwerken wie EURAS und führenden Universitäten, darunter RWTH Aachen, Politecnico di Milano, TU Eindhoven, IT:U Linz und die Universität Graz. Das Programm wurde zudem durch praxisnahe Einblicke aus dem Wissens- und Technologietransfer (TTO/ASTP-Perspektive) und der Innovationsberatung (inn-ovation) weiter bereichert.
Zentrale Lernaktivitäten umfassten die Entwicklung eines persönlichen Ausgangsdokuments, die Auseinandersetzung mit der europäischen Standardisierungslandschaft (einschließlich harmonisierter europäischer Normen), praktische Übungen zur Recherche und Bewertung von für die Teilnehmenden relevanten Standards aus der Stand-EUVI-Perspektive, Sitzungen zu Verwertung und Wissenstransfer sowie Reflexionsformate zu verantwortungsbewusster Standardisierung und Handhabung von Interessenskonflikten.
Am Ende des Kurses verfügten die Teilnehmenden über ein besseres Verständnis von Standards in ihrem jeweiligen Fachgebiet, mehr Sicherheit in der praktischen Anwendung von Normen und konkrete Erfahrung, warum es wichtig ist, bei der globalen Standardisierung auf europäische Werte und Interessen zu setzen.